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Samstag, 23. Juli 2011

"Wege 2011" muss abgesagt werden

Schweren Herzens müssen wir unseren Sternmarsch auf nächstes Jahr verschieben.

Es fehlt uns (noch) an der nötigen finanziellen Ausstattung, ich laboriere an einem Leistenbruch rum, der nicht ordentlich verheilen will, Mutters und meine Situation, das Haus und unsere finanzielle Lage betreffend, ist ungeklärt undundund....

Wir haben viel Vorarbeit geleistet und wollen jetzt nicht riskieren, aus ungeduldigem Aktionismus heraus diese schöne und notwendige Idee zu verheizen. Wir wollen nichts überhasten, uns nicht überfordern, den Marsch sauber vorbereiten. Dafür brauchen wir mehr Zeit. Wir beginnen ab heute mit der Planung für "Wege 2012". Schade, es tut mir selbst am meisten leid. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Unsere Petition wollen wir dennoch auf den Weg bringen. Allerdings scheint uns der Petitionsausschuss einen Strich durch die Rechnung zu machen. Unsere Petition ist formal korrekt und wurde angenommen. Da es aber angeblich bereits eine nichtöffentliche(!!!!!) Petition mit annähernd gleichem Inhalt geben soll, soll unsere Petition gemeinsam mit dieser verhandelt werden. Den genauen Inhalt dieser Petition und deren Petent hat man mir nicht genannt, weil nichtöffentliche Petitionen anonym behandelt werden. Erst nach mehrmaligem Nachfragen hat man mir den Inhalt vorgelesen. Diese Petition verlangt ebenfalls die Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen, allerdings nur "in berechtigten Einzelfällen". Wir finden, dass das eher das Gegenteil ist von dem, was wir wollen. Deshalb werden wir weiter versuchen, unsere Petition doch noch als öffentliche Petition durchzusetzen.

Samstag, 7. Mai 2011

DLF-Sendung "Lebenszeit" vom 6.5.11

Unter diesem Link: feed://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/lebenszeit/ kann die Sendung "Lebenszeit" zum Thema Pflegeauszeit vom 6.5.11, in der ich mit diskutieren durfte, als Podcast runter geladen werden.

Mittwoch, 6. April 2011

Vivo-Reportage "Zerbrechen geht nicht-wenn Pflege arm macht"


Unter dem Link http://www.3sat.de/vivo/vivo_titel.html kann die Reportage über Mutter und mich, die am Samstag, dem 02.04. ausgestrahlt wurde, in voller Länge angesehen werden.

Mittwoch, 30. März 2011

Vom Leben und Sterben, dort und hier

Japans Schrecken macht uns fassungslos. Ein Inferno bricht über ein ganzes Volk herein, Unzählige fanden den Tod in den Fluten oder werden der radioaktiven Strahlung zum Opfer fallen. Gott hilf.

Doch warum macht uns das unsagbare Leid am anderen Ende der Welt so betroffen, während uns die viel größere Humankatastrophe in unserem eigenen Land scheinbar kalt lässt? In Deutschland leben ca. 800.000 Menschen in Pflegeheimen. Die durchschnittliche Verweildauer in diesen ehemals grauen, heute bunten Residenzen beträgt nach seriösen Schätzungen, die fehlende Statistiken ersetzen müssen, weniger als ein Jahr, dann wird gestorben. Am Rand: Der Pflegefall in den eigenen vier Wänden erstreckt sich durchschnittlich über 8 Jahre.


Etwa eine Million Menschen sterben also jährlich in deutschen Pflegeheimen. Nach dem aktuellen Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen leiden über 34 Prozent aller Heimbewohner an Mangelernährung, sie bekommen nicht das Lebensnotwendige zu essen und zu trinken verabreicht. Selbst bei gutwilliger Unterstellung, dass diese Mangelernährung nur bei der Hälfte der von ihr betroffenen Heimbewohner die Todesursache ist, bleiben jährlich immer noch weit über 100.000 Menschen, die hier in Deutschland, mitten unter uns, verhungern und verdursten, die ihrem eigenen Super-GAU entgegen siechen. Noch ehe Sie diesen Brief zu Ende gelesen haben, ist es wieder einer mehr geworden. Es sind unsere eigenen Großeltern, Eltern, Freunde und ein Heer von Namenlosen, die keiner mehr kennt.


Doch nicht das macht uns betroffen, sondern das weite Japan, das rund um die Uhr in unsere Wohnzimmer flimmert. Und wenn sich unsere mitfühlende Seele nach Erleichterung sehnt, bleibt uns die Überweisung aufs Spendenkonto, per Online-Banking, vom heimischen Sofa aus. Oder wir schalten ab.


Warum ist das so? Schauen wir nach Japan, weil wir den Blick auf unser eigenes Land nicht ertragen? Weil Bilder von vor sich hinvegetierenden Menschen nicht so spektakulär sind wie eine Monsterwelle? Weil ein einvernehmliches, stillschweigendes Abkommen zwischen Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft besteht, sich mit diesem, zugegeben, unbequemen, wenig spektakulären Thema zu konfrontieren, aus verschiedensten Motiven? Weil uns an der Katastrophe in Japan keine Schuld trifft, sehr wohl aber an den Zuständen im eigenen Land?


Dabei hätten wir so viel zu gewinnen: Ein ruhiges Gewissen gegenüber unseren Pflegebedürftigen, die wir selbst einmal sein werden und der Verlust der Angst, im Ernstfall evakuiert zu werden in eine Umgebung, die kontaminiert ist von Tod und Siechtum.


Es bringt nichts, zu verdrängen was jeder weiß. Das zeigt Japan. Das Alter lässt sich nicht aufhalten, es kommt so sicher und unerbittlich wie der nächste Atomunfall. Ein dreimonatiges Moratorium hilft da genauso wenig wie eine zweijährige Pflegeauszeit. Angesichts des Bedrohungsszenarios sind solche Vorschläge eher als zynisch zu empfinden.


Nicht dass Spenden falsch wäre. Geben und Helfen sind unmittelbare Gesten des Mitgefühls.

Doch es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn aus unserer Betroffenheit für das Leid in Japan keine mitfühlende Tat am Nächsten erwächst. Die Losung "think global, act local" gilt heute mehr denn je. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, wusste Erich Kästner. Also wenden wir uns doch den Ärmsten der Armen mitten unter uns zu, auch wenn es anstrengend und schmerzhaft sein könnte.

Von Hannah Arendt stammt die Mahnung, dass keiner das Recht hat zu gehorchen. Also verweigern wir endlich jenem bedrohlichen Geflecht die Gefolgschaft, das aus eigener Verdrängung besteht, aus doppelzüngiger, nur noch in Wahlperioden agierender Politik und aus mächtigen Wirtschafts- und Interessenverbänden, die gerade dabei sind, unsere Zukunft zu verspielen. Keiner will verstrahlt werden und keiner will ins Heim. Atommeiler können abgestellt werden, Pflegeheime auch. Es braucht nur den Willen eines freien Volkes und die mutige Investition in unsere eigene menschenwürdige Zukunft.

Samstag, 27. November 2010

hart aber fair

Unter diesem Link http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2010/20101124.php5?akt=1
kann man die "hart aber fair"- Sendung vom 24.11. anschauen, zu der ich eingeladen war.

Freitag, 19. November 2010

Treffen mit BMG Dr. Philipp Rösler

Aus technischen Gründen und wegen weiterer Unwegbarkeiten kann ich den Bericht des Treffens mit BGM Dr. Philipp Rösler erst heute einstellen. Der Aktualität schadet das nicht, in Anbetracht der Meldungen, die momentan zum Thema kursieren. Der Bundesgesundheitsminister bittet Experten und Verbände zum 7.12. ins Ministerium, um den Grundstein für eine Runderneuerung der Pflegeversicherung zu legen. Um es vorweg zu nehmen: Wir, die Betroffenen, haben keine Einladung erhalten.

Mein Vorschlag "Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistung bei Pflegestufe III", über den bei dem Treffen auch gesprochen wurde, kann am Ende dieses Eintrages gelesen werden.


Gesprächsprotokoll:

Einladung bei Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler am 15.9.2010 in Berlin


TeilnehmerInnen:


Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler


MinR Dr. Matthias von Schwanenflügel, Unterabteilungsleiter Pflegesicherung


Sibylle Laurischk (FDP), Bundestagsabgeordnete des Ortenaukreises und Vorsitzende des

Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag


Dr. Hanneli Döhner, Vorstandsmitglied von wir pflegen


Stefan Krastel, Vorstandsmitglied von wir pflegen

Zu Beginn wurden die Möglichkeiten der Förderung unseres Vereins erörtert. Finanzielle Unterstützung von Seiten des BM wird es nicht geben können. Es wird auf die folgenden grundsätzlichen Fördermöglichkeiten hingewiesen:


-SGB XI, Par. 45 c und d, gemeinsame Förderung durch Land und Kassen


-SGB V, Par. 20 c, Förderung durch die Kassen


-BMG, wenn Erkenntnisbedarf im Sinne von Forschung


-BMAS und BMFSFJ: Förderung zu Bürgerschaftlichen Engagement prüfen

Dann wurde auf meinen Fall eingegangen, an dem exemplarisch die Nöte aufgezeigt werden können, die entstehen, wenn sich ein Vollverdiener der Pflege widmet. Dem Dilemma, dass man von ca. 600.- Euro Pflegegeld nicht leben kann und deswegen früher oder später auf unbestimmte Zeit auf Hartz IV angewiesen ist, könnte durch die Angleichung des Pflegegeldes in Pflegestufe III an die Pflegesachleistungen begegnet werden (siehe unten). Herr Dr. Rösler zeigte sich für diesen Vorschlag nicht offen aus zwei Gründen:


1. Eine Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistung ausschließlich bei Pflegestufe III sei nicht vermittelbar, da sich dann die Empfänger des Pflegegeldes in den anderen Pflegestufen benachteiligt fühlten. Es entstünde eine "Neiddebatte", der man sich nicht stellen wolle. Herr Dr. von Schwanenflügel fügte an, dass es bei Pflegestufe III doch wenigstens "theoretisch" machbar sei, arbeiten zu gehen, wenn man die Pflegesachleistungen für einen Pflegedienst verwenden würde. Auf den Hinweis, dass mit diesem Geld nur ca. eine Stunde Pflege am Tag abgedeckt sei, wurde nur in sofern eingegangen, dass es doch möglich wäre, weitere Hilfen im sozialen Umfeld zu mobilisieren, z.B. durch meinen Bruder.

2. Die Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen in allen Pflegestufen sei nicht finanzierbar. Da die komplette Angleichung bewusst (noch?) nicht meinem Vorschlag entspricht, wurde an dieser Stelle nicht mehr weiterdiskutiert.

Insgesamt war zu erkennen, dass der gesamtvolkswirtschaftliche Nutzen JEDER Entlastung und Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger in den Überlegungen des Gesundheitsministers eine untergeordnete Rolle spielt. Frau Laurischk hingegen zeigte sich offen für diese Gedanken und betonte mehrmals, dass man in Sachen Pflege zu Ressort übergreifenden Ansätzen gelangen müsse.

Das BMG will prüfen und darüber informieren, wie viele Menschen in Deutschland aufgrund ihrer pflegerischen Tätigkeit auf Hartz IV-Leistungen angewiesen sind, was für die weiterführende Diskussion dringend notwendig ist. Man erklärte uns weiter, dass das Gesundheitsministerium an einer Neudefinition des Pflegebegriffes arbeite, um Demenz- und Alzheimererkrankungen künftig stärker in der

Pflegeversicherung Rechnung zu tragen. Wann dieser Begriff Einzug in die Gesetzgebung finden wird, konnte man uns nicht sagen.

Danach hatten wir noch Gelegenheit, Fragen aus dem Mitgliederkreis an Herrn Dr. von Schwanenflügel weiterzugeben:


Die Frage zu speziellen Kuren für pflegende Angehörige gemeinsam mit den Pflegebedürftigen konnte nicht beantwortet werden. Es wurde aber als wichtige und sinnvolle Entlastung angesehen und die Parallele zu Mutter-Kind-Kuren diskutiert. Es wurde uns eine Prüfung zugesagt


Die Frage nach der Inanspruchnahme der seit 2008 gesetzlich möglichen Pflegezeit konnte ebenfalls nicht beantwortet werden. Wir sollen in einigen Monaten noch mal nachfragen.


Zum Schluss wiesen wir auf den unsäglichen Umstand hin, dass Verhinderungspflege zwar in Kurzzeitpflege umgewandelt werden kann, umgekehrt ist das allerdings nicht möglich. Der Ministerialrat sicherte zu, den Sachstand und ggf. einen Veränderung zu prüfen.

Herr Dr. von Schwanenflügel bot an, bei Fragen unseres Vereins für uns weiter Ansprechperson zu sein.

Insgesamt handelte es sich um ein offenes Gespräch, bei dem allerdings auch der Eindruck zurück blieb, dass uns die Politik eine Antwort auf die Frage, wie Armut durch Pflege verhindert werden kann, auch weiterhin schuldig bleiben wird. Umso dringlicher zeigt sich die Notwendigkeit der erfolgreichen Weiterführung unserer Kampagne "Armut durch Pflege" und der Aufbau einer flächendeckenden Basis als die nächsten Aufgaben für unseren jungen Verein wir pflegen.


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Mittwoch, 4. August 2010

Aktuelles in den Medien

Am Dienstag stand dieser Artikel in Lahrer Zeitung und Schwarzwälder Bote und unter diesem Link kann ein 25-minütiger Bericht über Mutter und mich runter geladen werden, den Astrid Bischofberger für das SWR 2 produziert hat.

Mittwoch, 7. April 2010

Diskussion über Lösungen aus der Pflegekrise auf SWR

Am Donnerstag, den 8.4. um 20.15 Uhr werde ich im SWR-Fernsehen in der Live-Sendung "Zur Sache, Baden-Württemberg" zu Gast sein. Man hat mir zugesichert, über LÖSUNGEN aus der Pflegekrise sprechen zu wollen und nicht über BETROFFENHEITEN, für die es angeblich keine Lösungen gibt, denn das halte ich für kontraproduktiv, es lässt den Zuschauer resigniert und ohnmächtig zurück. Bei solchen Formaten mag ich nicht mehr mitmachen. Es gibt tatsächlich Wege aus dem Tal der Tränen, die Politik muss sie einfach nur gehen wollen.

Ich verweise noch mal auf das "Modell Österreich" (siehe unten). Dort erhält, wer sich in der höchsten Pflegestufe befindet, 1.655,80 Euro ausbezahlt, weil davon ausgegangen wird, dass dieser Bedarf durch die Pflegesituation zwangsläufig gegeben ist. Dadurch findet natürlich eine enorme Entlastung der privaten Haushalte statt, denn dieses Geld kann ohne Auflagen und Vorgaben eingesetzt werden, um die Pflege sicherzustellen. Es gibt keinen Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung. Diese Summe ist übrigens fast deckungsgleich mit unserer Forderung, bei Schwerstpflegebedürftigkeit das Pflegegeld an die Pflegesachleistungen anzugleichen.

Die Auswirkungen dieser Gesetzgebung sind verblüffend: In Österreich werden 17% aller Pflegebedürftigen in Heimen betreut, in Deutschland sind es 33%, also fast doppelt so viele. Wie lange wollen wir uns eigentlich noch gefallen lassen, dass unser Geld in Zukunfts- und Wirtschaftsmodelle investiert wird, die wir gar nicht haben wollen und viel zu teuer sind?

Montag, 8. März 2010

Meine Meinung zur Pflegeauszeit

Meine Meinung zum aktuellen Vorschlag von Familienministerin Schröder zur Pflegeauszeit könnt Ihr HIER nachlesen.
Ich befürchte, dass es sich mal wieder um ein Ablenkungsmanöver handelt, das die bestehenden Verhältnisse - Benachteiligung der Familien gegenüber der industrialisierten Pflege - weiter zementieren wird. Wenn überhaupt etwas passiert. Oder kann sich momentan jemand vorstellen, dass die schwarz-gelbe Koalition überhaupt ein gesellschaftlich relevantes Gesetz auf den Weg bringen wird?

Montag, 1. März 2010

Arnold Schnittger am Dienstag, 2.3. bei Markus Lanz

Am Dienstag, 2.3., 22.45 Uhr wird Arnold Schnittger in Markus Lanz' Sendung im ZDF zu Gast sein. Arnold hat einen behinderten Sohn, den er pflegt und auch er ist, in der Hoffnung die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Probleme in der Pflege zu Hause zu lenken, bei Wind und Wetter nach Berlin marschiert. Mit dabei hatte er den Rollstuhl seines Sohnes Nico.

Wir drücken Dir ganz fest die Daumen, Arnold. Wird schon schief gehen.

Unter www.nicosfarm.de und www.inwendig-warm.de erfährt man mehr über Arnolds Aktivitäten.

Sonntag, 28. Februar 2010

Von Vorträgen, Österreich, der Bank und Tante Ilse

Am nächsten Dienstag, dem 2.3., 15.00 Uhr darf ich auf Einladung des Seniorenbüros Lahr in der Stadtmühle Lahr einen Vortag zum Thema "Armut durch Pflege" halten. Der Eintritt ist frei. Ich freue mich sehr über jeden, der kommt.

Ein Mitglied von "wir pflegen" hat mich auf den Vortrag "Pflegegeld Österreich" von Mag. Erwin Eiersebner aufmerksam gemacht. Ich möchte diesen Vortrag nicht weiter kommentieren, macht Euch doch bitte Euer eigenes Bild darüber, wie Pflege bei unseren Nachbarn organisiert wird. Ich möchte in diesem Zusammenhang lediglich an ein Zitat von Herrn Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler bei "Beckmann" erinnern, der sinngemäß betonte, dass bei der Pflege zu Hause "in der Tat auf die Ressourcen der Familien zurückgegriffen wird".
Das sieht man im Alpenland anders, neben manch anderem...

Diese Woche bekamen wir Post von der L-Bank. Wenn unser Haus bis zum 30.6. nicht verkauft ist bzw. der Verkauf nicht direkt bevorsteht, wird "unmittelbar die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung des Hauses beantragt".

Noch ein Buchtipp: "Tante Ilse" von Simon Schwartz, erschienen im btb-Verlag, ist ein schmales, stilles Büchlein über das Altwerden in unserem Land.

Mutter und mir geht es gut. Wir können den Frühling kaum erwarten. Wir werden wieder mehr Zeit an der frischen Luft verbringen, froh über jeden Tag, an dem die Sonne scheint.





Dienstag, 9. Februar 2010

Am Samstag sendete 3sat um 17.00 Uhr im Rahmen der äußerst informativen Sendung "vivo- Wer pflegt mich?" ein wie wir finden sehr schönes Portät über Mutter und mich. Birgit Weber von 3sat/zdf ist eine unaufgeregte Momentaufnahme über unseren Alltag gelungen. Den Link zum Video hat Frank ja schon im Blog veröffentlicht.


Mutter und mir geht es gut. Wir haben die Aufregung der letzten Tage schadlos überstanden und freuen uns, wenn nun bei uns wieder etwas Ruhe einkehrt.Ich werde versuchen, alle Mails und Briefe, die ich in den letzten Tagen aus ganz Deutschland bekommen habe, so schnell wie möglich zu beantworten. Die Anteilnahme ist enorm, sowohl von Betroffenen, als auch von (Noch-)Nichtbetroffenen, die realisieren dass hier etwas schief läuft. Beide Fernsehsendungen, an denen ich teilnehmen durfte, "Beckmann" und "Nachtcafe´", hatten hervorragende Einschaltquoten, was beweist, dass unser Thema langsam in der Gesellschaft ankommt.


Bitte meldet Euch weiterhin und erzählt uns von Euren Erfahrungen in der Pflege.

Sonntag, 7. Februar 2010

Der Vivo-Beitrag in der 3sat Mediathek

Der Vivo-Beitrag vom Samstag ist nun in der 3sat Mediathek zu sehen zusammen mit weiteren Informationen auf der Webseite zur Sendung.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Zitat des Tages: Peter Weiß (CDU), MdB

"Dass für einen Pflegeheimplatz mehr bezahlt wird (als für die häusliche Pflege), liegt am rundum betreuenden Fachpersonal, man wohnt dort und wird voll verpflegt, das ist wie ein voller Hotelservice, wenn man so will."
Offenburger Tageblatt, 03. Februar 2010

Dienstag, 2. Februar 2010

Nachlese: Beckmann-Sendung zur Pflege

Wer die Sendung gestern verpasst hat oder wem die Sendezeit schlichtweg zu ungünstig war, kann sich den Beitrag zur Pflege in der ARD-Mediathek anschauen. Es empfiehlt sich, ausreichende Internet-Geschwindigkeit vorausgesetzt, den HQ-Knopf rechts unten zu benutzen.

Auch in den Online-Medien finden sich einige Kritiken zu der Sendung. So schreibt zum Beispiel die Frankfurter Rundschau unter dem Titel "Bilder wie aus Guantanamo" über die Aussage von Gesundheitsminister Rösler, dass nun eben irgendwann mal das Geld zu Ende wäre und man da nichts machen könne:
Dem Minister wurde klargemacht, dass in dieser Situation "irgendwann ist das Geld zu Ende" zu sagen, so viel heißt wie: Lasst sie doch verrecken.

Die Welt titelt "Rösler konfrontiert mit dem Leid der Altenpflege" und schreibt:
Man merkte: So richtig drin im Thema Pflege ist der neue Gesundheitsminister von der FDP noch nicht.

In der Süddeutschen erschien eine "Nachtkritik":
Alte werden weggesperrt, Gesundheitskosten explodieren und der gar nicht mehr so smarte Minister Rösler hat nur ein Rezept: Kopfpauschale. Eine Runde bei Beckmann.

Auch auf Twitter gab es positive Reaktionen auf die Sendung:


Wie ist Eure Meinung über die Sendung?

Freitag, 29. Januar 2010

Stefan bei Beckmann: Pflege vor dem Kollaps

Unter dem Motto "Pflege vor dem Kollaps – droht einer ganzen Generation die Altersarmut?" diskutieren am Montag um 23:00 Uhr bei Beckmann der Pflegeexperte Claus Fussek, die Altenpflegerinnen Stephanie Flähmig und Diana Feilhauer sowie Stefan über die Situation pflegebedürftiger Menschen in Deutschland.

Ausserdem wird Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler anwesend sein.
Ob dies wohl der Beginn einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Pflegenden Angehörigen und dem Gesundheitsministerium sein wird, an dessen Ende - wie von Stefan in SWR 1 Leute angeboten - das "Du" steht?
"Du bist unschuldig wenn Du träumst", singt Tom Waits. So haben wir die Hoffnung, dass sich mit Herrn Rösler ein neuer Anfang in der Pflegepolitik gestalten lässt. Daumen drücken!

Zum Thema erschien heute ein Interview in der Badischen Zeitung.

Dienstag, 26. Januar 2010

SWR1 Leute Beitrag als Podcast

Wer sich den SWR1 Leute Beitrag als MP3 anhören will, kann diesen hier herunterladen.

Dienstag, 12. Januar 2010

Interview in der Badischen Zeitung

Zunächst wünsche ich Euch allen ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr.

Es scheint gut anzufangen, Presse und Medien haben weiterhin Interesse am Thema Pflege. So erschien heute in der Badischen Zeitung ein Interview mit mir.

Weitere Medientermine:
  • 22.01. 22:00 in Wieland Backes' Nachtcafé, SWR Fernsehen
  • 26.01. 10:00 - 12:00 in SWR 1 "Leute"
  • 06.02. 17:30 in "Vivo" auf 3sat
Wenn jetzt auch noch die Politik ein Einsehen mit uns Pflegenden Angehörigen hätte, dann wäre das schon toll. Unser Ziel für 2010 kann nur lauten: Kein Hartz IV für Pflegende Angehörige, die Schwerstpflegebedürftige versorgen. Deshalb braucht es dringend eine Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen bei Pflegestufe 3. Dann müssten wir uns in Deutschland keine Sorgen mehr darüber machen, dass der Geldbeutel im Falle höchster Not darüber entscheidet, ob wir zu Hause gepflegt werden können.

Freitag, 1. Januar 2010

2010 - Das Jahr in dem Hartz IV zum Erfolg wird?

Wir schreiben nun das Agenda-Jahr 2010, dem Jahr in dem Europa der "wettbewerbsfähigste und dynamischste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt" sein wird.

Seit 2003 arbeiten wir auf dieses Ziel hin, in Deutschland hilft dazu unter anderem das Arbeitslosengeld II. Dank dieses Instruments erhalten AlgII-Empfänger Bildungsgutscheine, persönliche Ansprechpartner bzw. "Fallmanager", oder auch "persönliche Hilfen, wie die ... häusliche Pflege von Angehörigen".

Das klingt doch hervorragend, warum aber gibt es dann so viele Klagen gegen Hartz IV?

Nun ist 2010 aber auch das "Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" - mit dessen Durchführung in Deutschland das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beauftragt wurde.

Wie war das da hinten? Wer spricht hier von Bock und Gärtner...?

Dennoch wünsche ich allen ein gutes neues Jahr.

Samstag, 19. Dezember 2009

Hartz IV - Wenn Sterben unerschwinglich wird

„Mit der Aktion ‚Ich pflege, weil’ wollen wir mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Pflegenden. Pflegeberufe sind Berufe mit Zukunft. Unsere Gesellschaft ist mehr denn je auf Menschen angewiesen, die sich der Kranken- und Altenpflege widmen oder dies in Zukunft tun wollen. Es soll deutlich werden, mit welchem Engagement die Pflegenden den Pflegebedürftigen ein Leben in Würde ermöglichen.“
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt im September 2009

"Gesellschaftliche Anerkennung", "Ein Leben in Würde" - gewichtige Worte, die spätestens dann als leere Worthülsen entlarvt werden, wenn der mit dem Pflegenden eine "Lebensgemeinschaft" bildende Pflegebedürftige die Sterbeversicherung auflösen muss, weil diese zu viel Vermögen darstellt.

Als Stefan mir neulich das erzählt hat, konnte ich nur noch mit Fassunglosigkeit und Sarkasmus reagieren: "Stefan, richte Deiner Mutter aus, Sterben ist auf unabsehbare Zeit gestrichen, das könnt Ihr Euch jetzt nicht mehr leisten."

Und wenn es dann doch einmal so weit ist, dann wartet man nur noch auf die vorwurfsvollen Blicke des Bestattungsunternehmers, wenn man das günstigste Paket bucht. Oder noch besser der Spruch des entfernten Verwandten: "Hättet Ihr mal rechtzeitig eine Sterbeversicherung abgeschlossen".