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Dienstag, 12. Januar 2010

Interview in der Badischen Zeitung

Zunächst wünsche ich Euch allen ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr.

Es scheint gut anzufangen, Presse und Medien haben weiterhin Interesse am Thema Pflege. So erschien heute in der Badischen Zeitung ein Interview mit mir.

Weitere Medientermine:
  • 22.01. 22:00 in Wieland Backes' Nachtcafé, SWR Fernsehen
  • 26.01. 10:00 - 12:00 in SWR 1 "Leute"
  • 06.02. 17:30 in "Vivo" auf 3sat
Wenn jetzt auch noch die Politik ein Einsehen mit uns Pflegenden Angehörigen hätte, dann wäre das schon toll. Unser Ziel für 2010 kann nur lauten: Kein Hartz IV für Pflegende Angehörige, die Schwerstpflegebedürftige versorgen. Deshalb braucht es dringend eine Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen bei Pflegestufe 3. Dann müssten wir uns in Deutschland keine Sorgen mehr darüber machen, dass der Geldbeutel im Falle höchster Not darüber entscheidet, ob wir zu Hause gepflegt werden können.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ganz toll wäre natürlich beides:
Hartz IV, Kosten der Unterkunft und Pflegegeld gleich Sachleistungen der Stufe III.
Da würde sich häusliche Pflege für die Angehörigen richtig lohnen !

Frank hat gesagt…

Noch toller wäre es, wenn man dazu noch ein behindertengerechtes Fahrzeug nebst Chauffeur gestellt bekäme. Aber irgendwie glaube ich, das geht dann an der Realität vorbei.

Gruß,
Frank

Anonym hat gesagt…

Angenommen, der Staat würde bei häuslicher Pflege und Pflegestufe III Pflegegeld in HÖhe der Sachleistungen an den Pflegenden auszahlen: wird dann die Pflegerente von der Pflegekasse weiter bezahlt oder ist diese selbst zu finanzieren.
@Frank:
das mit dem Fahrzeug und dem Chauffeur ist eine "wunderbare" Idee, wird leider wohl nicht eintreffen ....
aber: wenn auf den Namen eines Schwerbehinderten ein Neufahrzeug gekauft wird, erhält man je nach Fahrzeughersteller einen Rabatt (modellabhängig) teilweise bis über 15% !
Aber Vorsicht, das sind alles nur Illusionen. Ich arbeite bei einem mobilen Pflegedienst. Bei den Hausbesuchen stelle ich immer wieder fest, wie von den Angehörigen das Pflegegeld teilweise durchgetrickst wird.
Da gibt es "Schein-" Pflegebedürftige, die erhalten Geld für Stufe II und haben allenfalls den Status der Stufe 0 !
Wenn man sich nur einwenig in den Pflegerichtlinien auskennt, dann kann der Gutachter gezielt getäuscht werden. Da Pflege ein sich täglich ändernder Zustand ist, kann die Pflegekasse nicht einmal Anzeige wegen "Sozialbetrug" starten, da mangelns Beweise. In der Tat ist es leichter Pflegegeld zu bekommen, als Arbeitslosengeld. Da spielt sich sehr viel in der grauen Zone ab, und da können die Gesetze und Richtlinien noch so streng sein. Der Gutachter ist ein Mensch und an ihm liegt das Ergebnis der Pflegestufe in Verbindung mit der perfekten Komödie des Pflegenden und des zu Pflegenden. Hier zeigt sich, daß nicht nur die stationären Einrichtungen, sondern auch die Privathaushalte "profitabel" pflegen wollen.

Anonym hat gesagt…

In Österreich gibt es sieben Pflegestufen. Dort erhält man bei höchster Stufe 7 in etwas das gleiche, wie in Deutschland bei Stufe 3 bei stationärer Pflege gezahlt wird.
Allerdings erhalten die Österreicher keine Pflegerente bezahlt, das muß also selbst finanziert werden. ....

Anonym hat gesagt…

Pflegedienst und Sozialbetrug ist doch das Selbe!

Anonym hat gesagt…

und ... hoffentlich kommt es im Rahmen einer möglichen Reformierung der Begutachtungsrichtlinien ...
also nicht mehr der objektiv erforderliche zeitliche Hilfebedarf, sondern Funktionsausfälle aufgrund von Krankheit und Behinderung ....
nicht zur neuerlichen Begutachtung von Altbeständen.
Wir haben das Maximale, nämlich Stufe III und hoffen, daß uns irgendwann keine Nachbegutachtung ins Haus steht ... denn im Gutachten steht: Nachbegutachtung nicht erforderlich.
In dem Sparwahn der Krankenkassen ist denen alles zuzutrauen.

Anonym hat gesagt…

Leute, stellt Euch vor, die wollen noch in diesem Jahr Hartz IV um satte 100,00 € kürzen.
Dann machen wir die häusliche Pflege schon fast umsonst, bald müssen wir noch zahlen, damit wir die Eltern oder Großeltern zuhause pflegen dürfen !

Anonym hat gesagt…

Du sagst es: Der Staat und die Politik geben uns noch eins obendrauf, wir sind ja schon genug bestraft. Es wird nicht besser, sondern es kommt für die Alten und Kranken und die privat Pflegenden noch knüppeldick !
Es ist unverschämt, daß ein Heimplatz 3000 Euro kostet.
Das kann sich nicht einmal ein Durchschnittsverdiener leisten !

Anonym hat gesagt…

Durch eine Bekannte in ich auf dieses Forum gestoßen.
Ich bin überrascht, wie sich Laienpfleger perfektes Insiderwissen angeeignet haben !
Hier steht in wenigen threads beschrieben, was in puncto Pflege zu tun ist. Ich arbeite stundenweise in einem Seniorenheim.
Allein im letzten Jahr sind viele schwerstpflegebedürftige Bewohner weggestorben. Gerade hier im ländlichen Bereich ist die steigende Tendenz zur häuslichen Pflege erkennbar. Einerseits wegen der meist besseren Lebensqualität für die ältere Generation, andererseits wegen bestehendem Grund- und Vermögen, daß natürlich in der Familie gehalten werden soll. Vieles hängt auch davon ab, ob der familiäre Zusammenhalt intakt ist, natürlich auch moralischer Anstand und Respekt.
In Haushalten (eher in der stadtischen Region) wo in Miete gelebt wird und das Einkommen in der unteren Hälfte erwirtschaftet wird, ist bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit schneller der Einzug in die stationäre Pflege vorprogrammiert. Der Grund ist: Druck auf der Arbeit, niederes Einkommen, geringere Lebensqualität, andere Einstellung zum Alter, keine Aussicht auf Nachlass und nicht zuletzt die Zusage, daß das Sozialamt alle Kosten übernimmt.
In diesem Forum liest man spannende Einträge, die faktisches Hintergrundwissen vermitteln. Insbesondere auch die durch die Pflege entstehende prekäre wirtschaftliche Situation, mittel und langfristig.
Grüße Martina

Anonym hat gesagt…

Pflegegeld gleich Sachleistungen hört sich gut an. Aber die Altersheime wollen und müssen auch verdienen, da hängen Arbeitsplätze dran. Und was ist, wenn man sich nach langer häuslicher Pflege doch arbeitslos (wenn man nicht erbt) melden muß ... dann liegt man dem Staat doch wieder auf der Tasche.
Ich glaube nicht, daß sich die Politik auf Pflegegeld gleich Sachleistungen einläßt, eher wird noch Hartz IV gekürzt und eine Bedarfsgemeinschaft angenommen, sodaß womöglich gar kein Hartz IV Anspruch mehr bestünde. Eher tritt das ein, als daß es mehr Pflegegeld gibt.
Jede Reform, sei es in der Pflege oder in Bezug auf Hartz IV, ist für die Betroffenen immer schlechter ausgefallen.
Eine neue Reform der Pflegeversicherung bringt nur wieder eine Verschiebung des Problems. Das, was die pflegenden Angehörigen für die gleistete schwere körperliche und seelische Arbeit wirklich wollen, wird nie und nimmer eintreffen, zumindest nicht für die heute zu Pflegenden.
Dafür laufen die Mühlen viel zu langsam. Schneller schreitet aber die soziale Kälte fort.
Leni